Burgerpflicht

Die Liebe ist ein Wunder, das immer wieder möglich, das Böse eine Tatsache, die immer vorhanden ist.
Friedrich Dürrenmatt

Es ist die Pflicht eines jeden Burgers, gut auszusehen und gut zu schmecken.

Warum isst der Mensch sich nicht mehr untereinander? Wenn man schon so kaltblütig im politischen „Auftrag“ andere Menschen mit Kugeln aus der Ferne durchlöchern kann, warum nicht gleich noch was vom Fleisch abhaben? Da kann man auch mal die verseuchten Schweine verbrennen, gibt ja dann genug des anderen Fleisches. Was zugleich die Frage aufwirft, warum gibt es so viele Menschen, die sich Soldaten schimpfen und keinen Mumm Zeigen? Was ist mit Autoritätsumkehr? Also viele Menschen (die Soldaten) sind doch mehr als ein Vorgesetzter, oder nicht? Einfach mal Schießbefehl verweigern…

Ach, Pazifismus als auch „Revolutionismus“ sind tolle Ideologien. Dort gibt es nur kein Konzept über das einfache Böse. Aber gerade das einfache Böse ist die treibende Kraft für die Menschheit – wenn auch oftmals zum Nachteil für den Einzelnen.


Dieses einfache Böse hat es nämlich auch offenbar möglich gemacht, dass diese absolut unglaublich leckere und wahnsinnig eigenartige Sauce von HP entstanden ist. Und dass diese Sauce nicht nur gegrillte Steaks in ganz andere Sphären hebt, sondern auch einem Fleischburger eine hocherotische Note verpassen kann, sei hiermit erwiesen. Da geht einem einer ab (bei der Sauce). Aber voll.
Welcher vernünftige Mensch ohne irgendeinem traumatischen Erlebnis, dass ihn die Erfahrung des einfachen Bösen hat machen lassen, käme auf die Idee, Malzessig aus Gerste, Tomaten, Melasse, Branntweinessig, Datteln, Roggenmehl, Tamarindenextrakt und Zwiebelextrakt mit üblichen Gewürzen zu vermanschen, um eine Sauce daraus entstehen zu lassen? Das ist eine rhetorische Frage, die lassen wir darum mal so stehen.

Nascht man von den Fingern, die vorher am Flaschenrand entlanggefahren sind, so möchte man gleich seine Fingerkuppe abbeißen, so geil ist das. Andererseits ist diese Essigkombination mit diesen gärungsfreudigen Getreiden ein Hemmer, dies zu tun. Naja, abgesehen davon tut man es auch nicht, weil man seine Fingerkuppe nicht für soetwas aufopfern möchte. Jedenfalls ist diese Sauce nichts für leichtere Gemüter, die nur Ketchup und Mayo kennen. Darum gibt es diese auch nicht in jedem Supermarkt. Hier werden emotionale Kontraste im Gaumen geschaffen, da muss einem einfach nur geil werden. Wenn man nicht mehr weiß, wo oben und unten ist, ist schließlich auch der Sex am besten. Diese Sauce ist also der pure Sex. Man weiß nicht, ob man sie lieben soll, oder ob sie einfach nur scheiße schmeckt.
Aber auf dem oben abgelichteten „HP Cheese Nugget“ kann man sie nur lieben. Auch wenn ab und zu das Essiggemisch hervorsticht und einem alles im Mund versaut. Man beißt aber immerwieder ab und schleckt beim Kauen den Gaumen ab und wartet förmlich darauf, diesen miesen Geschmack wieder zu schmecken. Und wenn er dann kommt, bereut man es wieder und immerwieder, es getan zu haben – dieses rumschlecken.
Es ist eine verdruckste Situation.
Die Liebe.

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