Wolke, Meer, Gestein

Deine Fackel hälst du nun
mit beiden Händen fest
Meine Fackel glimmt nur
trotz Sturm einsam
fest in den Boden gesteckt

Da, wo die Wolke eine Kerbe schlägt
Da, wo das Meer die Wellen schaumig bricht
Da, wo die Felsen spitz zusammen gehen

   Dort, wo nur wir
Es sehen
   Dort steckt sie

Ich bin regelmäßig dort
Sie glimmt stets
Wie keine andere
Die ich je besaß
Stimmt’s? 😉

Da, wo die Wolke die Kerbe schlägt
Da, wo die schaumigen Wellen im Meer brechen
Dort, wo die Felsen die Spitze bilden

Da kannst du immer
          Deine zu halten
Mich helfen lassen

Was gesagt werden Muß

Meine kleine Mutze,
Beine Breit und
her mit deiner Futze!

Ach, so was zu schreiben?
Das gehört in kein Gedicht?
Liest du doch weiter, oder nicht?

Lecken, dilden, reiben
und zum Spaß mal ‚Pimmel‘ schreiben
Hahaha, das ist so lustig
Dich zu ärgern macht mich durstig!

Trink meinen Saft, du kleines Stück,
Bevor ich dich von hinten pflück!

Ekeln muss es dich, Lesen sei dir eine Qual!
Ich brech‘ auch die Form,
komm zu mir ins
tiefe
Tal!

Muß,
ein Gaunerwort für
Möse.

Gute Nacht,
nun sei mir nicht so
böse!

offgehaltn

„’sch wurde offgehaltn!“, sagte er schnaufender Stimme in den Meetingraum hinein, in dem schon alle Platz genommen hatten, einige ihren ersten Kaffee geleert und andere ihn mit mieser Miene anstarrten – nicht, weil er zu spät kam, sondern weil sie sich in ungemütlichster Position zu ihm umdrehen mussten und das nicht gemusst hätten, würde er schon an seinem Platz sitzen und eben nicht – wie bereits erwähnt worden ist – zu spät den Raum betreten haben und somit die Harmonie der Ablaufplanung des Meetings durch Chaos erumpiert, wie es nun letztendlich auch zu Ungunsten der beteiligten Meetingteilnehmer eingetreten ist.
Es war schon die fünfte Präsentationsfolie geöffnet – die mit den sich elliptisch über Kreuz bewegenden Punkten.
„’sch wurd’s offgehalt’n. Sorrie. – Ah! De‘ Bungde, wo die die Gonnsetradsioun hebn duhn! Bin’sch dorni spähde.“ entglitt seinem Mundwerk beim raschelnden Regenjacke ausziehen, über den Stuhl legen und Rucksack nach unten poltern lassen.
„Ich konzentriere gleich meine Bleistiftspitze auf deine Augen!“ rief die belesene Meeting-Moderatorin mit guter Laune und freundlich aufgesetztem Lächeln ihm zu.
„Ja, sorrie, Mensch! ’sch wollde nur ’n Fodo meinor Froindin schiggn, orber die ham mein Indernedd offgehaltn, weesde? Da schdand wou eenor offdor Leidung und hats offgehaldn. Nu, schbädor, halb Neune, hamses wiedor ongemacht.
Ham’se wohl’n Anhaldor rangehould.“

Schwarzes Gold – deep impact

Auf die Fresse kriegt der moderne Mensch!
Ins Maul die Faust seiner Idiokraten!
Verziehen wird ihm werden,
Historisch manifestiert – so ist’s doch!

Klagelieder, mediale Euphemismen
Zerstören das Subjekt.
Eigene Wut und Lust
Weicht globaler Leere

Koma der Extreme
Moderat der Tod des
Golf von Mexiko.

Aber aufatmen:
Du bist ja nicht direkt betroffen!
Du kannst emotionale Ohnmacht ertragen.
Das ist doch alles nur übertrieben da!
(Warum ist der Spritpreis so hoch?)

Ja ertrinke doch!
Labe dich in deinem gewonnenen Sud!
Lerne nicht aus den Konsequenzen deiner Goldgier!
Nenne es Ölödem!

(By the way: es gibt kein „halb leer“! Und fang ja keine Diskussion mit mir an!)
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Balzing Wiegenlied – das Ostercarol

Flatulierende Lippenblütler
und klatschende Clowns
Der Frühling ist da! –
Tanz des Vertrauens

Walzing Mathilda –
jetzt geht es los!
O Frühling ahoi!
das Kind auf dem Schoß

Erlkönigs Töchter,
sie singen ein Lied
Dem Frühling die Ode –
Der Grotte das Glied

Ach, wenn es doch schon wieder
Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag
(Frühling) wär‘ –
und ich durchstreifte ihr
blondes Hair! – <scratch>
Einsamer nie als im April:
Nach diesem Vers nun –
da wird es still.

Klatschende Lippenblütler
und flatulierende Clowns
Der Frühling war da! –
Bayer so: Kaugummi kaun’s!

Balzing Mathilda –
bei ihr ging es los:
„Oh – Frühling – aah – oi!“
…das Kind aus dem Schoß

Erlkönigs Söhne,
sie schwangen ihr Glied
im Frühling zu Tode
nun bitte: das Wiegenlied

„Ach, wenn es doch schon wieder
Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag
(Frühling) wär‘ –
und ich durchstreifte ihrer
schwarzen und braunen Hair! –
schwa ah ah
haaarzen Hair!“