Oma

„Wenn du nicht aufisst, wird das Wetter schlecht.“ Hat sie immer gesagt, meine Oma; gesagt hat sie es. Und die hatte ja so recht. Recht hatte sie. Es war ja auch meine Oma. Denn es wurde tatsächlich das Wetter schlecht, wenn ich nicht aufgegessen habe, nicht wahr? Ja, so wahr. Also aß ich immer auf, damit das Wetter gut wird. Oma hatte es ja gesagt; gesagt hatte sie es ja. Aber eigentlich hatte sie ja auch nur gesagt, dass das Wetter schlecht werden würde, wenn ich nicht aufäße. Dass das Wetter gut werden würde, wenn ich aufäße, davon hatte sie ja gar nichts gesagt. Demnach wäre das auch eine nicht so gute Schlussfolgerung, womit auch nicht gesagt wäre, dies sei eine schlechte Schlussfolgerung, dass das Wetter gut werden würde, wenn man aufisst. Trotz alledem habe ich natürlich weiterhin ordentlich aufgegessen, da ich das schlechte Wetter vermeiden wollte. Wenn es doch mal regnete, obwohl ich meines Erachtens aufgegessen hatte, sagte mir meine Oma: Weiterlesen

Fruchalaaaaaam!

Lecker Schlecki im schmuse Gurt. „Gibste nen Löffel ab Pupsi?“ „Ne, Schmupsi, war so lecker – besser als vom Bäcker. Hab schon aufmampfi.“ „Orr, gemein du bis!“
Beide Schnuffelchen fruppelten sich an Nasipasi und knuffelten sich trotzdem liep. Der Gurt war aba so lecki. Am nexi Tagi sinnse beede raussegeht un ham lecki schlecki Gurt nomma kauf. „Lecki! Das isso schlecki. Gibse mi ein Löffi, hm?“ Hatse disma kwestscheneist. „Aba kla Hasiwuppelchn. Probierse obbilecki dassema. Hmml!“ Weiterlesen

Fartymähn

Er liebt es in der Badewanne, die verschiedensten Furztechniken auszuprobieren. Dabei beobachtet er, wie die Bläschen nach oben steigen und an seinem Körper entlangstreifen. Manchmal kneift er seine kräftigen Schenkel zusammen und versucht, die Furzblase in der Beinrinne in Richtung Füße zu transportieren. Das gelingt nicht immer, da einige undichte Stellen vorhanden sind und die Luft dort entweicht. Und manche Bläschen verfangen sich in seiner Beinbehaarung und werden von ihrer vorgesehenen Bewegungsrichtung abgebracht und entweichen seitwärts. Weiterlesen

Autointerview

A: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, sich selbst zu Interviewen?

B: Nun, ich durchlaufe gerade wieder eine Phase der Selbstreinigung. Ab und zu ist es einfach nötig, sich von den schlechten Sozialisationseinflüssen zu befreien. Es gibt hier und da Gerüchte und entsprechend wird man hier und da so und so behandelt, dagegen kann man sich nicht wehren. Um nicht in eine Selbstmitleidskrise zu verfallen, bietet die expressive Isolation eine gute Reinigungslösung. Dabei beginnt man, sich selbst zu beobachten und im Verhalten zu optimieren. Diese bewusste Über-Ich Situation ermöglicht dann eben auch Autointerviews.

A: Interessant, aber meinen Sie nicht, dass man dadurch noch ein verrückteres Bild von Ihnen bekommt?
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Alter Mann mit Stock

Ein alter Mann mit Stock – um die achzig Jahre alt: „Das Problem sind wir, die Nazis und das Geld. Ja, alle die überlebt haben sind Nazis, alle.“
Er singt und Tanzt.
Alle sind Nazis, alle sind Nazis, doch keiner gibt es zuhuu. Alle sind Nazis.“

Da kommt die Polizei, schnappt sich den Mann, welcher sich allerdings einfach wegschleppen lässt. Er wehrt sich nicht, macht sich nur etwas schwerer, als er ist, denn er ahnt den Luxus, den er gleich haben wird. Weiterlesen

Y

Resignation ist kein Nihilismus; Resignation führt ihre Perspektiven bis an den Rand des Dunkels, aber sie bewahrt Haltung auch vor diesem Dunkel.
Gottfried Benn

Er hatte sich so viele nützliche Sachen in den Regalen angeschaut. Er schlenderte durch sie hindurch, als könne er nicht genug von den vielen Eindrücken bekommen. Eine bunte Tüte da, eine unauffällige Dose dort. Auch die Fleischtheke machte seinen Mund wässrig. Auch beflügelte es ab und zu seine Fantasie, wenn er sich fragte, wie denn die dort in Stücken liegenden Tiere wohl umgekommen seien. Er hat sich aber bisher noch nie getraut, an der Theke zu fragen, ob denn die Fleischstückchen alle von dem selben Tier stammen und ob man sich das Tier in gewisser Weise wieder zusammen puzzeln könne, würde man alle Teile kaufen und mit Geduld aneinanderlegen. Herz, Lunge, Niere, Rücken, Hinterschinken, Haxe und Gehirn. Es lag ja alles da. Doch die Depression in seiner Brieftasche lies dieses Experiment nicht zu und übertrug sich letztendlich auch auf seine unbeschreiblich gute Laune, sodass er mit Bedachtheit seine Handlungen ausführte und nur noch das nötigste kaufte. Weiterlesen

Ich duelliere Mefisto! [2002]

Dieser durchaus makabre Sketch sollte mal in eine Faust-Adaption gelangen, die ich immer noch heftigst suche. Sollte meine ehemalige Deutsch-Lehrerin noch ihr Exemplar haben und irgendwann mal hier auftauchen, bitte gerne, danke.

…..

Mefisto: „Was kommt heran? Was schleicht herbei? Ist er’s, so pack‘ ich ihn beim Felle – soll nicht lebendig von der Stelle!“

<schwert ziehen>
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