Das Dichten I-III [2002/2003]

Die drei „Das Dichten“ Gedichte müssen während meiner Zivildienst-Zeit 2002/2003 entstanden sein. Sie sind auf leicht vergilbtem linierten Papier mit schwarzem Kugelschreiber geschrieben. Aber ich glaube sogar, das Papier selbst ist so gelblich. Aufgrund weniger Kritzeleien, müssen diese spontan und per Kopfarbeit entstanden sein.

Das Dichten

Ein Gedicht zu
dichten
ist nich leicht,
besonders wenns
dem Dichter reicht!

Doch die Liebe
hat Kräfte
in sich verborgen – vielleicht
kann er’s
wieder morgen!

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Schifahren im Winter [1998]

Dieser Text wurde auf einem 386er PC mit MSDOS irgendwas und einem MS-DOS Works geschrieben und mit Hilfe eines Nadeldruckers ausgedruckt. Es war irgendeine Hausaufgabe, so steht es zumindest als zentrierte Überschrift auf dem Blatt. Als Kopfzeile rechtsbündig steht: “ 1 03.02.1998 20:54″. Die „1“ deutet auf die Seitenzahl. Am Fuß des Textes steht „© Felix Herzog Klasse 8b“. Ich find den Text immer wieder so klasse, weil man den auch extrem „in übertragenem Sinne“ lesen kann und er eine kräftige motivatorische Aura besitzt, wie ich finde.

Schifahren im Winter

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Technik, der Rivale der Natur [2000]

Folgendes Gedicht wurde für eine Ethik-Arbeit im Gymnasium (ca. 2000) verfasst. Wie zu erwarten, wurde der bewusste Wechsel der Sprache in der dritten Strophe bemängelt. Ich muss vorher wohl was von Wilhelm Busch gelesen haben. Auf das Versmaß wurde offensichtlich nur intuitiv geachtet. Es passt aber thematisch hier rein. Kleinere Interpunktions- und Orthografiefehler wurden korrigiert.

Technik, der Rivale der Natur

und der Mensch lebt mittendrin.
Doch wo will er mit der Technik hin?

Es macht ihm Spaß, sie zu erfinden,
doch tut’s bei ihm auch’s Aug erblinden.
Lässt die Natur so hinter sich liegen,
kann er doch eh‘ schon drüber fliegen.
Und kommt er einmal hinunter
wird er sofort wieder munter.
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Einbahnstraße

Du weißt, wo es enden wird
Du gibst und willst nichts zurück
Du führst aus
Du freundest dich an

Doch plötzlich kämpft es in dir
Eine Kraft beeinflusst dich
Doch so geht das nicht,
Denkst du
Und unterdrückst

Das ist okay so
Das ist die Lage
Die hast du erkannt
Das ist okay so

Ein kleiner Schritt
Eine sanfte Berührung
könnten – !KLICK!
Du hast die Regeln gebrochen
Du bist zu weit gegangen

Du schreist nach Jugend Weiterlesen

Normalgroß

Es war ein prächtiger Sommernachmittag, als er, sehr groß gewachsen – ja eher schon übergroß im Vergleich zu normalgroß, in die Straßenbahn gestiegen ist, um seiner Liebsten einen blumigen Überraschungsbesuch zu erstatten. Er hatte natürlich im Vorfeld einen schönen großen Blumenstrauß besorgt, welcher einen enorm erfrischenden Eindruck in dieser höllischen Hitze mit der prallen Sonne, wo alles verdorrt, was nicht gegossen wird, vermittelt. Die saftgrünen Stengel, sowie die knallroten und grellgelben sowie blauen Blüten stachen natürlich aus dem ziemlich beige wirkenden Umfeld heraus.
Die Bahn fuhr zügig an. Er wählte immer einen Sitzplatz, welcher den Rücken in Fahrtrichtung ausrichtete. Er hatte sich mal ausgemalt, dass bei einem Frontalunfall der Tram er nicht erst noch nach vorn gebeutelt würde und sich dann vielleicht das Schienbein oder Ellbogen an irgendwelchen Kanten anstoße. Beim Rückwärtsfahren liegt das ja in der Regel schon am festen Objekt an. So fühlte er sich sicherer.
Die wüstenfarbenen monotonen Gesichter der anderen Fahrteilnehmer schauten aus den Fenstern oder unterhielten sich mit den grauen Büchern oder Skripten. Er war sehr aufgeregt, wusste er doch nicht, ob sie überhaupt zu Hause ist. Er mochte bei Überraschungen immer selbst überrascht werden. Er überließ es immer dem Schicksal, obwohl er wusste, dass er auch auf trickreiche Weise hätte sich rückversichern können, ob sie denn zu Hause sei. Er hätte sie beispielsweise bitten können, eine spezielle Fernsehsendung einzuschalten, über welche er sich demnächst mal mit ihr unterhalten wolle, er jedoch heute noch ziemlich beschäftigt sei und daher nichts mit ihr unternehmen könne. Aber für den herzlichen Überraschungseffekt konnte er solch eine Lüge nicht verkraften. Sie hätte es ihm auch übel nehmen können, zahlt sie doch keine GEZ und jegliches Einschalten eines Fernsehprogrammes kostete sie starke Nerven. Sind doch beide ständig von Gewissensbissen geplagt, die daraus resultieren, dass sie gerne gesetzestreu sein würden, jedoch nicht das Geld dafür haben, es zu bleiben. Und jeder Regelbruch in der so wunderprächtig auf Papier geregelten Gesellschaft kostet sie viel Kraft. Etwas verschweigen kostet immer viel Kraft und Nerven.
Deswegen hat er auch inzwischen so einen starken Herzschlag in der Bahn bekommen, dass man das Pulsieren seiner fleischroten Blutpumpe an den Halsschlagadern beobachten hätte können, wäre man ein aufmerksamer beobachtender Mensch gewesen. Auch erlangte sein Gesicht eine kräftige Farbe. Ein bisschen mehr vom bräunenden, aber auch zugleich schädigenden UV-Licht der Sonne, welches meist unsichtbar von den transparenten – und besonders den zugeklebten Glasscheiben der Bahn herausgefiltert wird, und er hätte in Windeseile einen interessanten Teint bekommen, der seiner Geliebten sicherlich einen Kuss abgewonnen hätte. Weiterlesen

Die Mär von der Zehn.

„Mich kotzt das dermaßen an, dass…“

Ich bin gerade in die Straßenbahn gestiegen. Der Tag hat mich mitgenommen – die Bahn tut dies auf ihre Weise. Es ist spät in der Nacht. Die Sätze, die ich in meinem Kopf denke, sind genauso kurz. Teilweise kürzer. Die Informationsverarbeitung werkelt auch nur noch mäßig. Doch da sitzen zwei Gören auf der gegenüberliegenden Vierergruppe und fangen an, sich zu unterhalten.

„Jääää? Was?“ Erwidert die andere.
„Die Zehn.“

Ich ahne schon schlimmes: Schließlich kotzt sie es ja dermaßen an – das mit der Zehn. Weiterlesen

Zwitscherzwetschgen Pressprollprada

Hellow Bodybody,

es hilft nichts, im spanischen Spint nach schottischen Schichtarbeiter-Brotdosen zu suchen. Gehen Sie lieber einmal hinaus in das Weltall und zählen Sie die Sterne rückwärts. Nicht jeder von denen ist noch vorhanden. Das liegt an forensisch vielleicht fehlerbehaftet nachweisbaren Fliegen-fang-Versuchen einer Fischflossennixe im Aralsee. Denn die dicke dürftige Luft der dreisten Dorsche verführt die Fischflossennixe offenbar dazu, das Falsche zu fangen.
Halten sie sich also bitte immer panisch an der Fluzeugsitzlehne fest. Das ergibt auch eine amüsante Kulisse für die fetzig fotzigen Flugzeugbegleiterinnen mit fehlendem Feeling für Scham. Auflockerung gibt es dann, wenn der prollig prustende Pilot mit peppiger Pornobrille pompöse Pupse durchs Mikrofon mischt und die vorher als Turbulenzen angekündigten Flugflowirritationen als Absturzursache verkündet. Panisches Festhalten bringt dann nämlich auch nichts mehr.

Genießen Sie den Fall.