offgehaltn

„’sch wurde offgehaltn!“, sagte er schnaufender Stimme in den Meetingraum hinein, in dem schon alle Platz genommen hatten, einige ihren ersten Kaffee geleert und andere ihn mit mieser Miene anstarrten – nicht, weil er zu spät kam, sondern weil sie sich in ungemütlichster Position zu ihm umdrehen mussten und das nicht gemusst hätten, würde er schon an seinem Platz sitzen und eben nicht – wie bereits erwähnt worden ist – zu spät den Raum betreten haben und somit die Harmonie der Ablaufplanung des Meetings durch Chaos erumpiert, wie es nun letztendlich auch zu Ungunsten der beteiligten Meetingteilnehmer eingetreten ist.
Es war schon die fünfte Präsentationsfolie geöffnet – die mit den sich elliptisch über Kreuz bewegenden Punkten.
„’sch wurd’s offgehalt’n. Sorrie. – Ah! De‘ Bungde, wo die die Gonnsetradsioun hebn duhn! Bin’sch dorni spähde.“ entglitt seinem Mundwerk beim raschelnden Regenjacke ausziehen, über den Stuhl legen und Rucksack nach unten poltern lassen.
„Ich konzentriere gleich meine Bleistiftspitze auf deine Augen!“ rief die belesene Meeting-Moderatorin mit guter Laune und freundlich aufgesetztem Lächeln ihm zu.
„Ja, sorrie, Mensch! ’sch wollde nur ’n Fodo meinor Froindin schiggn, orber die ham mein Indernedd offgehaltn, weesde? Da schdand wou eenor offdor Leidung und hats offgehaldn. Nu, schbädor, halb Neune, hamses wiedor ongemacht.
Ham’se wohl’n Anhaldor rangehould.“

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